Die Vorzeichen

Das wahre Wesen eines Garou wird lange vor seiner Ersten Verwandlung bestimmt. Wenn einer seiner Eltern ein Mensch ist, so wird er in der menschlichen Gesellschaft aufwachsen und die Wege der Menschen lernen. Ist einer seiner Eltern ein Wolf, so wird er von einer Wölfin aufgezogen werden.

Ragabash - der Trickser (Neumond)

Geboren im Zeichen des Neumondes.

Nur ein unverbesserlicher Trottel verschließt sich vor der Weisheit, die sich unter dem Deckmantel des Tricksers verbirgt. Er bringt Fröhlichkeit um den Streit zwischen zwei Herzen zu schlichten und Erniedrigung für die, die eine volle Breitseite nötig haben. Außerdem fliegen dem Neumond oft scharfsinnige Einsichten zu, die ihn zu einem wertvollen Ratgeber (oder gerissenen Manipulator) machen. Der Ragabash nimmt in der Gesellschaft der Garou einen merkwürdigen Platz ein. Viele misstrauen seinen unberechenbaren Launen und seinem merkwürdigen Sinn für Humor, doch im Alltag der Septe lässt man ihm für gewöhnlich freie Hand. Der Neumond genießt innerhalb der sonst strengen Vorschriften in der Gesellschaft der Garou eine seltene Narrenfreiheit. Wenn Spannung in der Luft liegt, ist es normalerweise der Ragabash, der sie verfliegen lässt und das trotz des Risikos, plötzlich tödliche Klauen zu spüren, die seine entblößte, lachende Kehle durchschneiden. Seine Art von Mut ist zwar anders als die des Kriegers, aber dennoch eine Tugend, die von klugen Ältesten nicht unterschätzt wird.
Als "Kritiker der Wege" hat der Ragabash die Pflicht, den Advocatus Diaboli zu spielen. Neumond sein bedeutet mehr als die Lizenz für Streiche und Subversion - es ist eine echte Verantwortung. Der Ragabsh darf Traditionen und Edikte nicht einfach so in Frage stellen, sondern muss es von einem informierten Standpunkt aus tun. Es reicht nicht, die Worte eines Ahnen anzuzweifeln, der Ragabash muss seine gegensätzlichen Ansichten mit handfesten Argumenten untermauern können. Es ist seine Aufgabe sicherzustellen, dass seine Rudelkameraden beide Seiten jeder Medaille sehen, dafür zu sorgen, dass sie die richtig Entscheidung treffen, nicht die naheligendste. Natürlich bringt die Neigung des Ragabash zu Schläue, List und subtilen Gaben oft auch eine gewisse Verantwortung als Späher, Saboteur oder gar Meuchelmörder ein. Der Neumond ist der Mond der Heimlichkeit und es fällt seinen Kindern zu, diese Heimlichkeit zu Gunsten der Garou zu nutzen.

Stereotyp: Der Ragabash, der beboren wird, wenn der Neumond zunimmt ist üblicherweise fröhlich und sprunghaft, während der unter dem abnehmenden Neumond geborene eine etwas gemeinere und ruchlosere Ader an den Tag legt. Alle Garou dieses Vorzeichens haben einen Sinn für Humor und versuchen ihn in wirklich jeder Situation anzubringen. Wenn sie eine Schwäche haben, dann ist es wohl die, nie ernsthaft zu sein. Es ist allerdings keineswegs so, dass Ragabash keine Ernsthaftigkeit kennen, ganz im Gegenteil. Allerdings dürften sie große Schwierigkeiten damit haben, es ihren Rudelkameraden klar zu machen, wenn sie tatsächlich einmal Tacheles reden möchten. Deshalb und wegen ihrer ständigen Streiche haben viele Werwölfe leider nur wenig Respekt vor den Ragabash.

Zitat: Missachte meinen Ratschlag nicht, Krieger. Ich bin geboren, als der Mond kein Licht auf die Erde sandte, und ich bin es gewohnt, aus dem Schatten zu beobachten. Die Worte aus deinem Mund verraten nicht unbedingt, was dein Herz dir sagt. überlass die Spitzfindigkeiten lieber denen, die sie besser anwenden können als du selbst.


Theurge - der Seher/Schamane

Geboren im Zeichen des Viertelmondes

Wenn Lunas sanftestes Licht ihre Schwester Gaia berührt, enthüllt sie die Geheimnisse der Geister und ihrer riesigen Reiche. Der Theurg ist das Kind der Mondsichel. Er ist am besten mit dem Umbra und seinen Bewohnern vertraut. Manche nennen diese Seher die Tagträumer unter den Garou und viele scheinen sich von ihren Artgenossen ein wenig abzugrenzen. Sie sehen und hören Dinge, die andere nicht wahrnehmen, gerade so, als lebten sie halb in der stofflichen Welt und halb in der Welt der Geister. Trotz seiner befremdlichen Selbstentrückung nimmt der Theurg in jedem Rudel einen wichtigen Platz ein. Ohne ihn vergäßen die Werwölfe die spirituelle Seite ihres Wesens. Hätten sie nicht seine Visionen und Träume, denen sie folgen können, so würden sie verirrt und blind die Welt durchstreifen.
Der Theurge ist üblicherweise der Ritenmeister seines Rudels, der die meisten Riten kennt und dafür verantwortlich ist, sie zugunsten des Rudels einzusetzen. Er verhandelt auch normalerweise mit den Geistern, denen das Rudel begegnet, weil er am Ehesten ihre Sprache spricht und ihre ungewöhnlichen Denkprozesse erfassen kann. Die Gaben der Mondsichel helfen dem Theurgen dabei, auch wenn man auch eine gewisse Mentalität braucht um wie Geister "denken" zu lernen. Je näher ein Theurg seinen Geisterverbündeten kommt, desto fremder wird er Leuten, die es gewohnt sind, in materiellen Bahnen zu denken.

Stereotyp: Nur ein kompletter Idiot würde einem Theurgen ins Gesicht sagen, dass er ihn für merkwürdig oder wunderlich hält, doch viele Mondsicheln erfüllen eben diesen Stereotyp. Sie sprechen gerne in Rätseln und werfen mit geheimnisvollen Sprichwörtern um sich. Das liegt ganz einfach daran, dass ihre ständige Beschäftigung mit Geistern dieser Art zu sprechen zu ihrer zweiten Natur gemacht hat. Die unter dem abnehmenden Mond geborenen Theurgen sind offenbar eher dazu befähigt, Geister zu binden und in ihren Dienst zu zwingen (und obendrein böse Geister zu bekämpfen), während ein Theurg, der unter dem zunehmenden Mond das Licht der Welt erblickte einen innigeren, spielerischen Umgang mit den Bewohnern des Umbra pflegt.

Zitat: Sieh, mein Kind. Nicht mit den Augen, sondern mit dem Herzen. Lausche dem Flüstern des Windes. Die Geräusche, die du hörst, sind nicht nur Blätter, die über das Gras streichen. Nein, es sind die Geister selbst, die wir in der Nacht zu uns riefen. Ehre sie, denn sie haben unsren Caern mit ihrer Gegenwart gesegnet.



Philodox - der Vermittler

Geboren im Zeichen des Halbmondes

Der Halbmond symbolisiert das zweigeteilte Wesen aller Garou: Wolf und Mensch, Körper und Geist, blinde Wut und WEisheit, Dunkelheit und Licht. Der Philodox ist der Ratgeber, Vermittler und Richter. Ebenso wie der Ragabash sein Leben dem Lachen gewidmet hat, wird der Philodox mit der Weisheit und dem Verlangen geboren, über die Taten seines Volkes ein gerechtes Urteil zu fällen, seien sie nun beispielhafter oder verachtenswerter Natur. Er kann nicht anders, als sich an der Lösung jeder Streitfrage zu versuchen, die ihm zu Ohren kommt, denn eben das ist die Rolle, die Luna für ihn vorgesehen hat. In Friedenszeiten ist meist der Philodox der Rudelführer. In Kriegszeiten ist es gut möglich, dass er sein Zepter an den Galliard oder Ahroun des Rudels weitergibt. Ein kluger Halbmond empfindet keinen Groll und versteht, dass in solchen Situationen der frewillige Rücktritt die wohl beste Lösung darstellt. Inmitten der sonst so wettkampforientierten Garou ist dieses Verhlaten der wohl deutlichste Beweis für sein angeborenes Verlangen nach Gleichgewicht und Ordnung.
Der Philodox spielt oft die Rolle des Leitwolfs, auch wenn in Kriegszeiten eher Ahroun führen. Ob in einer Führungsposition oder nicht, von ihm wird erwartet, unparteiisch zu bleiben, wenn es um seine Rudelkameraden geht, nur ein schlechter Halbmond zieht einen Rudelkameraden dem anderen vor. Der Phiolodox ist auch dafür verantwortlich, die Gesetze der Garou im Hinterkopf zu behalten - wenn ein Rudelkameraden knapp an einer Verletzung der Litanei vorbeischrammt, sollte es dem Philodox als erstem auffallen und er sollte ihn warnen, nicht weiterzugehen. Diese Verantwortung geht sogar über das Rudel hinaus, einem guten Philodox geht es um die Ehre jedes einzelnen Werwolfs, den er trifft. Natürlich ist es für solche Halbmonde nur all zu leicht, in dieser verzweifelten Zeit alle Illusionen zu verlieren.

Stereotyp: Der Philodox ist auf seine Rolle als unparteiischer Ordnungshüter und Richter derart festgelegt, dass er auf andere recht abgehoben wirkt und auf unbestimmte Weise über den alltäglichen Wirren des Lebens zu stehen scheint. Auf die Halbmonde, die unter Lunas zunehmendem Antlitz zur Welt kamen, trifft dies ganz besonders zu. Der unter dem abnehmenden Mond geborene Philodox hingegen wirkt bisweilen eher kratzbürstig und scheint ganz besonders auf vollkommenes Gleichgewicht in seinem Umfeld bedacht zu sein und das meist in einem Ausmaß, das seine Rudelgefährten entnervt mit den Zähnen knirschen lässt. Und dennoch: Wenn Ärger ins Haus steht, ist es immer der Philodox, der um Rat gefragt wird.

Zitat: Was, ihr kämpft schon wieder? Das hätte ich nicht gedacht. Schaut euch doch nur an: ein mächtiger Krieger und ein großer Weiser, die sich zanken wie Welpen? Jetzt erzählt mir die ganze Geschichte. Und kein beschönigendes Wort, von keinem von euch. Nur die Fakten, klar?


Galliard - der Mondtänzer (Barde)

Geboren im Zeichen des Dreiviertelmondes

Der Galliard, Geliebter des fast vollen Mondes, ist die Verkörperung reiner Freude, die aus seinen Liedern, Geschichten und Gedichten spricht. Die Schönheit Lunas, die im Begriff ist, ihr gesamtes Antlitz zu enthüllen, inspiriert ihn zu Großtaten, ob nun auf dem Schlachtfeld oder vor den Feuern der Versammlung. Durch Lehren, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden, hält er die Traditionen der Garou am Leben. Ein Galliard kann ein Rudel aus Selbstmitleid und Not reißen, wenn seine Klauen in der Schlacht gebraucht werden. Wenn die Situation es erfordert, kann er selbst den verstocktesten Philodox dazu bringen, sich den Schmerz von der Seele zu weinen. Die Kunst eines Galliard kann viele Formen annehmen. Er könnte Tänzer, Geschichtenerzähler oder Musiker sein, vielleicht aber auch von allem ein wenig in sich vereinen. Wenn Frieden sich zu Krieg wandelt, kann ser wohl auch der Galliard die Führung des Rudels übernehmen. Und sobald wieder Frieden einkehrt, wird er Klagelieder für die Gefallenen und Lobpreisungen für die mutigen Krieger singen, die noch immer auf Gaias heiligsten Orten wandeln.
Die Rolle eines Galliard ist schwierig. Er muss der Bewahrer des Wissens seines Rudels sein, versiert in der Geschichte der Garou und in der Lage andere vor der Wiederholung früherer Fehler zu warnen. Er berichtet auch bei Versammlungen von den Heldentaten, den weisen Entscheidungen und dem ehrenhaften Verhalten seiner Rudelkameraden, um sicherzustellen, dass sie für ihre Bemühungen entsprechend geehrt werden. In vielen Fällen ist es auch der Galliard, der mit Sterblichen und anderen verhandelt, genau wie der Theurg mit Geistern feilscht und der Philodox mit anderen Garou debattiert. Ein begabter Galliard hat ein gutes Gedächtnis, seine Aufgabe ist keineswegs einfach und er braucht alles Talent, das er hat.

Stereotyp: Galliards sind die gesamte Leidenschaft der Werwölfe, konzentriert in einem Bündel aus überschäumender Kreativität. In ihren verschiedenen Stimmungen kennen sie kein Zurückhaltung und sind obendrein noch ziemlich heißblütig. Mondtänzer, die unter Lunas schwindendem Antlitz geboren wurden, hegen dunkle, verzehrende Sehnsüchte, sie erzählen Geschichten von Verderben, Krieg und Aufopferung. Im Gegensatz dazu nimmt die Ausgelassenheit der Galliards des zunehmenden Mondes fast schon schwindelerregende Ausmaße an. Sind sie doch ein unerschöpflicher Quell voller Lieder der Herrlichkeit, der Eroberung und der Freude. Innerhalb des Rudels hält der Mondtänzer die Moral aufrecht, selbst wenn die Zeiten furchtbar hart sind. Gäbe es nicht das Lied des Galliards, so hätten schon viele Werwölfe einfach aufgegeben, wenn der Sieg schon zum Greifen nahe war.

Zitat: Sicher habe ich euch schon von der Geschichte von Gunnar Draugrbane erfreut, dem wildesten Krieger, den das Meer je gesehen hat. Nein? Dann nehmt euch Met und werft mehr Holz ins Feuer! Die Nacht ist noch jung, und ich fühle, wie Fenris selbst mich mit Inspiration erfüllt.


Ahroun - der Kämpfer 

Im Zeichen des Vollmondes geboren

Der Krieger schwelgt in Lunas hellstem Glanz, dem silbernen Licht, das seinen alles verschlingenden Zorn erleuchtet. Er zögert nicht, vernichtende Hiebe auszuteilen, vielmehr weiß er oft nicht, wann er mit dem Töten aufhören muss. Alle Garou sind Kämpfer, aber der Ahroun ist der zerstörerischte und furchtbarste unter allen Kindern Giaas. Sogar die jüngsten Vertreter dieses Vorzeichens sind schrecklich anzuschauen. Es gibt nur wenige alte Ahroun, was vermutlich daran liegt, dass sie den Tod in Gaias Namen nicht fürchten, doch diejenigen, die noch leben, zählen höchstwahrscheinlich zu den bedeutendsten Werwölfen der Geschichte. Der Vollmond kennt keine Feigheit, nur Kampflust. Wie der Galliard ist auch der Ahroun für sein Volk ein Quell der Inspiration, doch eher auf Grund seiner puren körperlichen Zähigkeit und Stärke als wegen seiner schönen Worte. Wenn der Frieden zu wanken beginnt, übernimmt er wie selbstverständlich die Zügel, denn das ist seine Aufgabe. Er ist der erste, der sein Rudel in den Kampf führt und sollte es scheitern, so ist er der letzte, der zu Boden geht.
Die Rolle des Ahroun im Rudel ist einfach - er muss der hingebungsvolle Krieger sein, in der Lage, seine schwächeren Rudelkameraden mit Gewalt zu verteidigen und unter allen Umständen die richtige Taktik parat zu haben. Der Ahroun ist ebenso sehr General wie Berserker und der Inbegriff eines Kämpen Gaias.

Stereotyp: "Die Hölle in Dosen": Dieser Begriff reicht nicht einmal annähernd aus, um die rohe Kraft und den Mut des Kriegers zu beschreiben. Ein Vollmond-Garou bewegt sich stets hart an der Grenze. Er kocht vor Zorn und bricht ständig Streit vom Zaun. Der Ahroun des zunehmenden Mondes ist fast schon besessen davon, sich zu beweisen, während der des abnehmenden Mondes versucht, anderen seine Herrschaft aufzuerlegen. Sie sind alle ziemlich unbeherrscht und der Umgang mit ihnen kann sehr schwierig sein. Doch wenn es in einem Kampf heiß hergeht, ist jeder Werwolf froh, einen von ihnen in der Nähe zu haben... vorausgesetzt, er kämpft auf der selben Seite.

Zitat: Aus dem Weg, Friedensstifter! Das einzige, was die ehrlosen Hunde verstehen, sind meine Klauen, die sich in ihre Kehle bohren, und die Wärme ihres Blutes, das uns beide mit seinem Feuer reinwaschen wird, wenn ich sie zurück in die Hölle schicke, aus der sie hervorgekrochen sind! Geh endlich zur Seite, oder auch du wirst meine Zähne spüren, wenn ich an deinem Herzen fresse!


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